Hallo, ich blogge jetzt

Seit Jahren – vielleicht sieben oder neun – denke ich manchmal: „So ein Blog, das wär’s.“ Und dann kamen jedes Mal diese Bedenken. „Worüber eigentlich schreiben? Brauche ich nicht ein bestimmtes Thema, mit dem ich mich positioniere? Was könnten Leute interessant finden? Und überhaupt, ich bin doch Redakteurin, wenn ich was schreiben will, veröffentliche ich es bei der Arbeit.“

Ich habe 2017 etwas gemacht, das ich in der Theorie sogar noch ein bisschen länger machen wollte als bloggen: nach Berlin ziehen. Zugegeben, nicht der unkonventionellste Traum der Welt, aber was soll’s? Es war meiner. Das Chaos, das aus der Entscheidung folgte, war auch meins. Nach der zehnten Wohnungsbesichtigung flossen ein paar Tränen, nach der 40. war ich gestählt. Zwei Mal zog ich mit allem, was ich besitze, um. Die Möbel bekamen Kratzer, Dellen und Macken. Zwei, drei Dinge gingen verloren. Ich bekam ein paar Neurodermitisschübe. Jemand ging mit meinen Kreditkartendaten einkaufen. Einer klaute mein Fahrrad. Unter anderem. Aber das war nicht schlimm. Weil meine Freunde hier waren und dieses Gefühl: „Ich bin lebendig, ich bin in dieser Stadt richtig, trotz allem.“

Neun Monate Berlin haben mich ein bisschen mutiger gemacht. 2018 fange ich mit dem bloggen an. Ich mach das jetzt einfach. Wird schon schiefgehen.

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